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Circular Fashion - die Zukunft der nachhaltigen Mode?

Circular Fashion - die Zukunft der nachhaltigen Mode?

Circular Fashion - die Zukunft der nachhaltigen Mode?

Wenn über Nachhaltigkeit in der Mode gesprochen wird fällt immer häufiger der Begriff „circular Fashion“. Aber was bedeutet das eigentlich und warum sollten wir uns genauer mit dem Thema auseinandersetzen? Dieser Artikel klärt auf, über die Zukunft der nachhaltigen Mode und die Vorteile der Kreislaufwirtschaft.


Take, Make, Waste

Das lineare Wirtschaftssystem, welches immer noch überwiegend in der Modeindustrie verwendet wird, ist nicht gerade nachhaltig oder ressourcenschonend. Take, Make, Waste ist die Devise und
das bedeutet eine Menge Müll. Um genau zu sein 92 Millionen Tonnen textilen Müll jährlich (1).
Davon werden gerade einmal 10% recycelt und sogar nur 1% finden den Weg zurück zu neuer Kleidung (2).

Es ist ziemlich klar, dass dieses System auf Dauer nicht nur nicht funktionieren kann, sondern auch maßgeblich zur Umweltverschmutzung und allen damit einhergehenden Problemen beiträgt. Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen?


Die Entwicklung der Modeindustrie

In den letzten 20 Jahren hat sich die Produktion von unserer Kleidung verdoppelt, insgesamt tragen wir unsere Kleidung aber viel seltener als früher bevor wir uns dazu entscheiden diese zu entsorgen (3). Das liegt vielleicht an der minderen Qualität oder einfach nur daran, dass uns die Teile schneller nicht mehr gefallen, weil sie aus der Mode gekommen sind. Ca 2/3 aller Textilien sind heute synthetisch (4) und verursachen somit schon im Gebrauch das sogenannte Mikroplastik (beispielsweise beim waschen). Noch ist unklar, welche Auswirkungen das Mikroplastik auf Mensch und Tier hat, klar ist aber, dass sich etwas ändern muss. Schätzungsweise nimmt der Mensch im ungünstigstem Fall ca. eine Kreditkartengröße an Mikroplastik im Jahr zu sich. (5)

 

Das Prinzip circular Fashion


Wie funktioniert also circular Fashion? Wie das Wort circular schon sagt geht es vor allem darum einen Kreislauf zu schaffen. Sinn und Zweck ist es, Materialien und Ressourcen so lang wie möglich am Leben zu halten. Damit das gelingt, muss schon im Design umgedacht werden. Es geht jetzt nicht nur um Optik und Funktion, sondern auch um Langlebigkeit und darum wie recycelbar Textilien gestaltet werden. Kleidung muss entweder zu 100% aus einer Faserart (Monofasern) bestehen oder aus Fasern, die zusammen recycelt werden können und dadurch vollständig kompostierbar oder recyclebar sind und so designed und produziert werden, dass Einzelteile einfach ausgetauscht und neu verwendet werden können. In einem perfekten Kreislaufsystem gibt es keinen Abfall, alles wird wiederverwertet oder zurück in die Natur geführt (6) .
Die Materialien sollten keinen schlechten Einfluss auf Mensch und Umwelt haben, Qualität sollte über Quantität stehen und das Design mehr als nur eine Saison lang tragbar. Wenn wir all das berücksichtigen, können wir einige Vorteile aus dem zirkulären Wirtschaftssystem ziehen.

Die Vorteile 

Zum einen ist ein zirkuläres System nachhaltig und in vielerlei Hinsicht besser für die Umwelt. Es entsteht kaum noch Abfall, Ressourcen werden geschont und Kleidung kann durch Langlebigkeit und zeitloses Design seinen wahren Wert ausschöpfen. Zudem würde wesentlich weniger Abwasser und auch weniger Treibhausgase entstehen und wir könnten allein in Deutschland jährlich ca 1,3 Millionen Tonnen Kleidung vor der Tonne retten (7).

Zum anderen bringt es auch eine Menge wirtschaftliche Vorteile, denn der Berg an Müll ist teuer. Ganze 500 Milliarden USD kostet uns das lineare Wirtschaftssystem jährlich (7). Durch eine Umstellung auf ein zirkuläres System könnten zusätzlich neue Arbeitsplätze geschaffen und das Geld, das wir durch weniger Müll einsparen, in die Förderung von neuen Innovationen investiert werden. 

 

Die Nachteile 

Es gibt keine! Nur die Umstellung auf circular Fashion benötigt etwas Zeit, sowie bessere Methoden, um das volle Potential aus der Altkleidung zu schöpfen. Abgabestellen für gezieltes Recycling oder Rücknahmeservices von Unternehmen können zum Beispiel ein erster Schritt sein.

Was können wir als Unternehmen tun?

Wir als Designer und Hersteller von Bekleidung können Kleidungsstücke designen, die Trends überdauern und auch noch in vielen Jahren tragbar sind. Zum anderen können wir mit Monofasern arbeiten oder mit Kombinationen die zusammen wieder aufbereitet werden können, um das komplette Kleidungsstück am Ende der Lebensdauer recyceln zu können. Naturmaterialien eignen sich hervorragend dafür. Im Moment bestehen 95% unserer Produkte aus Monofasern. Ab 2022 werden bei uns keine Kleidungsstücke mehr produziert, die nicht recycelbar sind.

 

Aber was kann ich als Konsument tun? 

Wir sind Bekleidungshersteller, aber auch Konsumenten und wir haben mehr Macht als wie denken. Unser Kaufverhalten beeinflusst die Marktentwicklung enorm. Um einen positiven Beitrag zur circular Fashion zu leisten kann man einiges tun. Ein Blick auf die Textilkennzeichnung sagt uns schon viel über ein Kleidungsstück. Besteht es zu 100% aus einer Ressource (z.B. Baumwolle)? Super! Das heißt es kann recycelt werden. Besteht es vielleicht sogar schon aus recyceltem Material? Toll! Made in Europe? Noch besser. Zudem sollten wir uns auch immer fragen: Brauche ich das? Wie lange werde ich es tragen? Wird es mir auch noch nächstes Jahr gefallen? 

 

Back to the Roots 

Um wirklich etwas zu verändern sollten wir zurück zu den Wurzeln kehren. Das bedeutet Fast Fashion hinter sich zu lassen, Slow Fashion zu wertschätzen und ganzheitlich zu denken. In Kombination mit neuen und innovativen Lösungsansätzen schaffen wir es vielleicht noch die Kurve zu bekommen und Mensch und Umwelt zu schonen, statt sie zu zerstören. 

- von Marlina Laß für Studio Hertzberg -

 

(1) https://www.qut.edu.au/study/creative-industries/news?id=177289

(2) Kyle-J-Ritchie, Circular Economy for Dummies, Chapter 18: the Economy for Fashion and Clothing

(3) https://www.lepicot.com/de/story/mode-in-der-kreislaufwirtschaft

(4) Kyle-J-Ritchie, Circular Economy for Dummies, Chapter 18: the Economy for Fashion and Clothing

(5) https://www.spektrum.de/news/umwelt-wie-schaedlich-ist-mikroplastik-wirklich/1872625

(6) Kyle-J-Ritchie, Circular Economy for Dummies, Chapter 18: the Economy for Fashion and Clothing

(7) https://www.itfits.de/newsletter/journal-02-19/morgen-müll/

(8) Kyle-J-Ritchie, Circular Economy for Dummies, Chapter 18: the Economy for Fashion and Clothing

 

 

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