Die Geschichte des Kleides – Blogbeitrag | Studio Hertzberg
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Die Geschichte des Kleides

Studio Hertzberg, nachhaltiges blaues Wickelkleid, faire Mode, fair fashion

Eines haben Marilyn Monroe, Kate Middleton, Lady Diana und Lady Gaga gemeinsam: wir alle sehen diese Frauen in einem ikonischen Kleid vor uns, wenn wir an sie denken. Dabei könnten sie und ihre Kleider unterschiedlicher nicht sein. Vom atemberaubenden „Revenge Dress“ der Lady Diana, dass für eine Menge Aufsehen sorgte bis hin zum „Fleischkleid“ in dem Lady Gaga auf dem roten Teppich schockierte. Kleider sind nicht einfach nur ein Teil unserer Garderobe, sie haben in der Geschichte viel bewegt und verändert, symbolisiert und widergespiegelt. 

Das älteste Kleid der Geschichte

Man könnte meinen, dass die ersten Kleider unserer Geschichte einfach (irgendwelche) Tücher waren, die sich Ägypter und Griechen kreativ und schwungvoll um ihre Körper wickelten. Doch das stimmt so nicht ganz: Die Kalasiris war zwar ein Kleid, dass sich die ÄgypterInnen elegant umgebunden haben, allerdings war es schon damals (zumindest in gehobeneren Kreisen) reich verziert sowie fein plissiert und keinesfalls ein sackartiges Kleidungsstück. Das über 5.000 Jahre alte Tarkhan Kleid ist  ein seltener Fund. Es wurde in einem ägyptischen Grab in der gleichnamigen Stadt (Tarkhan) entdeckt und ist somit bis heute das älteste, gewebte Kleidungsstück der Welt. Falten unter den Armen sowie an den Ellenbogen deuten darauf hin, dass das Kleid alltäglich getragen wurde und nicht nur zeremoniellen Nutzen hatte. 

 

Männer und Kleider

Bis zur Einführung der Hose in der Eisenzeit (ab 800 v. Chr.) trugen auch Männer Kleider. Von dem kurzen Chiton der Griechen bis hin zur Tunika der alten Römer.: Kleider an Männern waren nichts besonderes, eher im Gegenteil. Einige Kleider wie die sogenannte Dalmatika war sogar nur Herrschern und Würdenträgern des byzantinischem Mittelalter vorbehalten. Erst im 18. Jahrhundert sind die Kleider für Männer nahezu komplett aus der Mode gekommen und waren dann überwiegend den Frauen vorbehalten. Allerdings hatten diese auch hier keine freie Wahl.

 

Was Rocklängen über den Zeitgeist aussagen 

Status und gesellschaftliche Zugehörigkeit spielten lange eine große Bedeutung bei der Wahl des Kleides. Das änderte sich aber zunehmend im 20. Jahrhundert. Mit dem ersten Weltkrieg rutschte die Länge des Kleides erstmals seit Jahrhunderten wieder weiter nach oben und in den goldenen 20ern waren die Kleider sogar schon so kurz, dass man einen Blick auf die Knie der Frauen erhaschen konnte. Kleider zeigten ab da das selbstbewusste, freizügige und unabhängige Bild der Frau. Sie waren Ausdruck der Emanzipation, der neu erlangten Freiheit und spiegelten den wirtschaftlichen Wohlstand wider. Der Höhepunkt dieses Ausdrucks erreichten die Frauen in den 60ern durch die Einführung des Minirocks durch Mary Quant auf dem internationalen Modemarkt. Noch nie zuvor waren Kleider und Röcke so kurz und die Nation so gespalten. Was die einen als Verfall von Anstand und Sitte verstanden, sahen die anderen als Ausdruck der Freiheit. Ab den 80er Jahren kämpften Frauenbewegungen vor allem gegen Sexismus und für mehr Selbstbestimmtheit. Mode wurde immer individueller und Frauen trugen nun überwiegend was sie wollten. Rock- und Kleiderlängen variierten in Länge und Form und wurde immer mehr zum Ausdruck der selbstbestimmten Frau. 

 

Kleider heute

Kleider sind auch heute nicht einfach nur Kleider. Durch Form und Farbe können wir mit ihnen provozieren, auf Themen und Missstände aufmerksam machen, verändern und der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Ebenso können sie aber auch einfach Ausdruck unserer Individualität, unseres Geschmacks und Selbstdarstellung sein. Dabei bedeutet ein Kleid für jede:n etwas anderes: Einige Besondere tragen wir nur zu bestimmten Anlässen, mit manchen verbinden wir eine Geschichte, in anderen fühlen wir uns außergewöhnlich und selbstsicher. Heute haben wir so viel Auswahl wie noch nie. Keine gesellschaftliche Schicht, keine Normen und Rollen schreiben uns vor, was wir tragen dürfen und können. Wir können uns jeden Tag neu erfinden und immer wir selbst bleiben, denn die Art und Weise, wie wir uns darstellen liegt heute glücklicherweise ganz in unserer Hand. 

 

Autorin: Marlina Laß

 

1 Verlag Europa-Lehrmittel, Fachwissen Bekleidung, 9. Auflage 2007, Seite 256-257

2 https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/das-aelteste-kleid-der-welt

3 Verlag Europa-Lehrmittel, Fachwissen Bekleidung, 9. Auflage 2007, Seite 262-263

4 Verlag Europa-Lehrmittel, Fachwissen Bekleidung, 9. Auflage 2007, Seite 264-265

5 https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag8550.html

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